DYSBALANCE

DYSBALANCE — freies Fotoprojekt

Höhe. Der Wind pfeift, spielt mit meiner Kleidung und lässt in mir erneut Unbehagen aufkommen. Ich stehe in 75 Meter Höhe, auf dem höchsten Punkt einer stillgelegten Förderbrücke. Mein Herz rast, meine Beine sind weich und doch folge ich voller Neugier den schmalen Wegen aus Stahl. Immer neue Strukturen in den Stahlverstrebungen fesseln meinen Blick und so vergesse ich nach und nach Höhe, Wind und Angst. Übrig bleibt nur noch die Stille der Natur, die diesen Metallriesen umgibt. Eine skurrile Landschaft zeichnet sich weit unter meinen Füßen ab. Karge Fauna, sonderbare Gesteinsschichten, die in weiter Ferne auf prächtige Waldgebiete stoßen und mittendrin — ein Koloss aus 11.000 Tonnen Stahl. Ein beeindruckendes Exemplar menschlicher Baukunst. Und so schwanke ich zwischen zwei Welten: Die Faszination der Möglichkeiten, an dem, was der Mensch erschafft und kreiert — und gleichzeitig betrübt es mich, was er nimmt, zerstört und damit leider auch unwiderruflich macht.

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Für dieses Projekt habe ich mich für den Einsatz einer Spiegelreflexkamera und verschiedenen analogen Kameras (Holga, Nikon, Polaroid) entschieden. Die Klarheit der Bilder der Spiegelreflexkamera steht im Kontext zur präzisen Bauart der Förderbrücke. Die Unvollkommenheit der analogen Fotos spiegelt dagegen mein Empfinden und meine Gedanken während der Besichtigung des Geländes und der Förderbrücke wieder und soll die Verbindung zwischen Mensch und Technik unterstreichen.